Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Unter den Linden - Lipmanregale

Sanierung

Lage:
Berlin-Mitte
Summe:
5.682.000 €
Zeitraum:
2005 bis 2015
ARGE-Partner:
Bleck & Söhne Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG
Bauherr:
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Berlin
Architekt:
HG Merz Architekten

Der deutsche Kunstschlosser Robert Lipman revolutionierte mit dem Bau der nach ihm benannten Konstruktion den Magazinbau im Jahre 1885. Die in seinen wesentlichen Teilen aus Eisen bestehenden, denkmalgeschützten Büchergestelle zeichnen sich durch geschossübergreifende Stützen aus. Damit werden die Regale zu einem festen Bestandteil der statischen Konstruktion der jeweiligen Geschosse.
Die einzelnen Regalböden dieses Regalsytems haben eine einheitliche Länge sowie zwei gezähnte Leisten zur Einhängung in die Wand-Bodenkonstruktion. Die zu damaliger Zeit innovativen Vorteile gegenüber den bisherigen, starren Holzkonstruktionen bestanden zum einen in der Flexibilisierung der Regalfach-Höhen, wodurch ein - auch nachträgliches - Versetzen der Bücher ohne Ausräumen möglich wurde, sowie zum anderen in der verringerten Brandgefahr, aufgrund der Verwendung von Metall statt Holz.
Hauptaufgabe des Auftrages war die aufwendige Sanierung von ca. 18.000 m² Magazinfläche bestehend aus sogenannten Lipman-Regalen. Die gesamte Regalkonstruktion erstreckt sich über eine Höhe von 28 m und eine Länge von 180 m.
Im ersten Bauabschnitt, wurden die Deckenfelder im Gangbereich der Büchergeschosse zurückgebaut und durch Leichtbeton und Kalziumsulfatplatten ersetzt. Die Eisenkonstruktion wurde an allen Knotenpunkten überarbeitet. Außerdem wurde die Regalkonstruktion mit Stahlbauprofilen ertüchtigt und vorhandene Kriegsschäden wurden saniert.
Die Instandsetzungsarbeiten des 2. Bauabschnittes der Lipmanregale mussten bzw. müssen abschnitts- und gebäudeweise und in Abstimmung mit der Grundinstandsetzung des zweiten Bauabschnittes des Altbaus, in denen die Lipmanregale in den Etagen 7 - 13 beherbergt sind, erfolgen.
Das Gebäude ist mit den Lipmanregalen statisch verbunden. Eine sensible Vorgehensweise war und ist daher stets zwingend erforderlich, da gesamte Lipmanstiele bzw. -bleche ausgetauscht bzw. überarbeitet werden. Die Lipman-Regalsysteme der Staatsbibliothek bieten Platz für bis zu 3 Millionen Bücher. Unter den Schätzen der Staatsbibliothek finden sich Werke wie ein Großteil der erhaltenen Bach-Handschriften, Beethovens-Sinfonien, Nachlässe von Bonhoeffer, ein Mendelssohn-Archiv oder das älteste, aus Japan stammende Druckwerk der Welt.

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