ABS Hanau Nantenbach

Ausbaustrecke Hanau-Nantenbach: Umfahrung eines Nadelöhres zur Optimierung der Main-Spessart-Bahn gemäß den Anforderungen eines wachsenden internationalen Reisenden- und Güterstromes

Ausbaustrecke Hanau-Nantenbach: Umfahrung eines Nadelöhres zur Optimierung der Main-Spessart-Bahn gemäß den Anforderungen eines wachsenden internationalen Reisenden- und Güterstromes

Eines unser aktuellen Projekte betrifft einen Teil der wichtigsten Eisenbahnrouten Europas. Mit einer Streckenbelastung von circa 200 Zügen am Tag bildet der 1854 erbaute Schwarzkopftunnel mit einer maximalen Durchfahrtgeschwindigkeit von 70 km/h für Hochgeschwindigkeitszüge und dem Anschieben von Güterzügen aufgrund des engen Tunnelquerschnittes ein echtes Nadelöhr auf der Strecke.

Eine Aufweitung des Tunnels wäre machbar, wäre jedoch mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und würde nicht alle Probleme lösen. Aus diesem Grund wurde die Längsneigung des der Trasse zwischen Heigenbrücken und Laufach abgeflacht. Dadurch wird eine Vielzahl neuer Bauwerke notwendig. Unter anderem erfordert dies die Errichtung von vier Tunneln, der Längste davon ist mit einer Länge von 2.623 Metern der Tunnel Falkenberg.   

Die Projektziele umfassen: 

  • Entfall des Nachschiebens schwerer Güterzüge durch eine „flachere“ Umfahrungsspange
  • reduzierte Fahrzeit
  • Herstellung des Regellichtraumprofils
  • die Einrichtung eines Gleiswechselbetriebes und Ersatz der höhengleichen Bahnsteigzugänge durch Fußgängerunterführungen in den Stationen Partenstein, Laufach, Hösbach und Heigenbrücken 

Dieses Projekt setzen wir gemeinsam mit unseren Partnern Alfred Kunz Untertagebau, Baresel GmbH, Leonhard Weiss GmbH & Co. KG sowie Bauer Spezialtiefbau GmbH um. Das Gesamtauftragsvolumen umfasst circa 230 Millionen Euro und verläuft über eine Bauzeit von Juni 2013 bis voraussichtlich August 2016. Mit einer Gesamtmenge von einer halben Million Kubikmeter Beton, 35.000 Tonnen Betonstahl, 60 Tonnen Sprengstoff, allein 50.000 Kubikmeter gelöstem Fels und über 400 Mitarbeitern, gehört dieses Projekt zu den Schwergewichten unter unseren Bauvorhaben. 

Als ARGE Ingenieurbau, eine der vier beteiligten Arbeitsgemeinschaften, arbeiten wir zusammen mit unserem Partner Leonhard Weiss GmbH & Co KG an den folgenden (Stahlbeton-)Bauwerken:

  • 470 m Stützwände mit Höhen zwischen 4-11 m
  • 300 m Pfahlkopfbalken
  • 1.270 m Trogbauwerke mit bis zu 13 m Tiefe
  • 1.530 m Tunnel in offener Bauweise
  • 2 Eisenbahnüberführungen, 2 Wirtschaftswegüberführungen und 2 Durchlässe
  • Haltepunkt Heigenbrücken sowie die Ausrüstung auf kompletter Umfahrungsstrecke

Aktueller Projektstand:

Fast auf den Tag genau 180 Jahre nach der ersten Zugfahrt des „Adlers“ von Nürnberg nach Fürth im Freistaat Bayern, erfolgte am 4. Dezember 2015 durch den symbolischen Durchschlag das offizielle Ende der Vortriebsarbeiten im Falkenbergtunnel, der zusammen mit den anderen Tunneln künftig Bayern und das Rhein-Main-Gebiet besser verknüpfen wird. Dieser Meilenstein wurde anschließend mit einer großen Lasershow, Blasmusik und traditionellem Bergmannstanz gebührend gefeiert. Im Anschluss an den Durchschlag konnte der Innenausbau des Tunnels begonnen werden.

Im Mai 2016 konnten wir die bis dato zu erstellenden Ingenieurbauleistungen abschließen. Im Anschluss an diese Arbeiten haben wir bis Ende August die Randbalken im Tunnel Falkenberg erstellt und den Haltepunkt in Heigenbrücken zu 80% hergestellt.

In den kommenden Monaten werden folgende Arbeiten durchgeführt:

- Komplettierung folgender Leistungen:

  • Geländer
  • Handläufe
  • Tunneltüren
  • Rollpaletten
  • Blocknummerierung
  • Treppen

- Fertigstellung des Haltepunktes Heigenbrücken im
  Jahr 2017
- Zumauern des alten Falkenbergtunnels im Jahr 2017

Hier geht's zum Projekt: ABS Hanau Nantenbach

Überblick BV Hanau-Nantenbach

Durchschlag Falkenbergtunnel
Durchschlag Falkenbergtunnel

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