ALLBETON – mehr Wirtschaftlichkeit durch Standardisierung

Der Mangel an Arbeitskräften und die steigenden Baukosten zwangen das Baugewerbe in den 1950er Jahren zunehmend zu rationelleren Baumethoden.

Methoden zur Standardisierung, Normierung und Vorfabrikation wurden entwickelt, denn die aufwendigen Anpassungsarbeiten der bisher verbauten Fertigteile waren zeit- und kostenintensiv.

Allbetonbauweise Schälerbau Berlin
Allbetonbauweise Schälerbau Berlin

Die vom damals größten Bauunternehmen Europas, der schwedischen Skanska Cementgjuteriet, entwickelte und seit 1954 auch durch Schälerbau Berlin, den weltweit ersten Lizenznehmer, in Deutschland eingesetzte Allbeton-Bauweise, erfuhr durch die die beträchtliche Verkürzung der Bauzeit große Resonanz.

 

Die Allbeton-Bauweise war eine Stahlbetonbauweise, die sich durch die Kombination von Vorfabrikation und Betonieren auf der Baustelle auszeichnete.

Deckenschalungselement
Deckenschalungselement

Ein besonderes Merkmal dieser Schottenprinzip-Methode waren die zusammenschraubbaren Schalungselemente in der Größe einer Wand, mit denen die tragenden Zwischenwände und Decken vor Ort betoniert wurden. Diese Elemente waren mit permanent befestigten Spindeln ausgestattet, die dem einfachen und genauen Ausrichten dienten. Die nichttragenden Fensterseiten wurden nicht betoniert. Diese Vorgehensweise ermöglichte den Einschub der auf einem fahrbaren Rohrgerüst montierten Deckenschalungselemente mittels eines Kranes zwischen die Wände sowie später das einfache Herausziehen nach dem Betonieren der Decke. Die Schalungselemente der Wände konnten bereits nach ein bis zwei Tagen wiederverwendet werden. Durch diese Methode war der Aufbau eines Baugerüstes nicht mehr notwendig.

Wandschalungselement
Wandschalungselement

Ein weiterer Vorteil: die Schalungselemente, deren Lebensdauer 70 – 100 Einsätze beträgt, sind mit Kunstharz beschichteten Sperrholzplatten abgedeckt, weshalb die Decken und Wände glatt sind und ein nachträgliches Verputzen dieser überflüssig wird. Die Verteilleitungen für die Sanitär-, Elektro- sowie für die Heizungsinstallationen werden in den dafür gefertigten Kanälen verlegt und einbetoniert. Aus diesem Grund entfallen auch die Stemm- und Putzarbeiten. 

Durch die monolithische Konstruktion der tragenden Wände und die nichtstarre Verbindung mit den frei wählbaren, zum Teil aus Fertigbetonelementen erstellten Fassadenelementen wird eine Rissbildung in den  Wänden und Decken verhindert. Alle anderen Bauteile, wie Treppenläufe oder Balkonplatten, werden vorfabriziert und auf der Baustelle versetzt. Das Kellergeschoß wird in der Regel in traditioneller Bauweise errichtet.

Starker Anstieg der Bauwerke in Allbetonbauweise
Starker Anstieg der Bauwerke in Allbetonbauweise

Das Allbeton-Prinzip erhöhte durch seine Standardisierung nicht nur die  Rationalität, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Bauens erheblich. Ein Grundriss mit möglichst vielen sich wiederholenden Bauteilen, wie beim Wohnungsbau, erhöht die Effizienz dieser Arbeitsmethode. Diese Methode ermöglichte das schnelle Errichten von Hochhäusern und riesigen Wohnanlagen, wie der durch Schälerbau ausgeführten Projekte „Märkisches Viertel“ oder „Gropiusstadt“, binnen kürzester Zeit und revolutionierte so das Baugewerbe der damaligen Zeit.

Darstellung eines im Bau befindlichen Wohngebäudes in Allbetonbauweise
Darstellung eines im Bau befindlichen Wohngebäudes in Allbetonbauweise

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